Bibliographie
Joris Bas Backer:
«Baumschatten»ISBN 978-3-03731-290-2
272 Seiten, farbig,
16.8 × 24 cm, Softcoveraus dem Englischen von Christoph Schuler
1. Auflage: 2026
Beschreibung
Kamil und Sjonnie trennten sich, bevor ihre Liebe überhaupt richtig beginnen konnte — ihre Vorstellungen und Bedürfnisse waren zu verschieden. Doch kurz nach der Trennung kreuzen sich ihre Wege erneut: Auf dem Schulhof von Sjonnies Tochter Joss soll eine alte Eiche gefällt werden und Joss kämpft mit aller Kraft für ihren Erhalt. Doch dann taucht Kamil auf und offenbart, dass es sich um eine sogenannte «Nazi-Eiche» (oder «Hitler-Eiche») handelt. Als Afrodeutscher ist seine eigene Familiengeschichte eng mit dieser Eiche verbunden. Und auch Schulleiterin Erika Tröwe wird von der Vergangenheit eingeholt. Sie muss sich mit der NS-Geschichte der Schule und mit der Rolle, die ihr Grossvater und Vater darin gespielt haben, auseinandersetzen.
So sehen sich durch die Eiche ganz unterschiedliche Menschen mit gegensätzlichen Überzeugungen miteinander konfrontiert: diejenigen, die den Baum aus ökologischer Überzeugung oder als Mahnmal erhalten wollen, und diejenigen, die den Baum und seine Geschichte auslöschen wollen. Doch zwischen Erinnerung und Verdrängung, Schuld und Verantwortung verschwimmen die Grenzen, und wer weiss — vielleicht findet die ungleiche Gruppe trotzdem irgendwie zusammen?
«Bas Backer mag alle seine Figuren und transzendiert so die übliche Einteilung in sympathisch und unsympathisch. Und damit spricht er uns Lesende direkt an. Sein Stil kommt leicht daher und zieht uns in eine verwickelte, spannende Geschichte, die uns zwingt, duale Denkmuster infrage zu stellen.» — Jakob Hoffmann, Co-Redaktor von POLLE und Veranstalter
Auszeichnungen
SchreibZeit-Stipendium «Graphic Novel» der Stiftung Niedersachsen, 2024
Presse
«Meisterhaft.» Benjamin Maack, Der Spiegel
«Erstaunlich ist, wie es Joris Bas Backer gelingt, die verschiedenen Charaktere, Lebensgeschichten und Themen miteinander zu verzahnen und dennoch mit viel Leichtigkeit zu erzählen.» Birte Förster, tip Berlin
Buchkritik von Jule Hoffmann, Deutschlandfunk Kultur
Comic des Monats März 2026, Andrea Heinze, radio 3 rbb
«Die verschiedenen Perspektiven der Figuren erlauben eine Auseinandersetzung mit Identitäten, Geschichte und Fragen von individueller und kollektiver Schuld.» Sarah Buron, Der Rabe Ralf
«Tiefgründig, aber mit Leichtigkeit erzählt.» Frank Osiewacz, Westfälischer Anzeiger
Optisch definitert #26: Joris Bas Backer im Gespräch mit Ingo Römling und Caroline Ring